5. Februar 2016

Der Mann hinter den Uhren

Fortis’ Changemaker

Maximilian Spitzy hat eine Mission, und zwar die Lieblingsmarke der Kosmonauten wiederzubeleben.
Man erwartet eigentlich nicht, dass ein Unternehmen, das Uhren in den Weltraum schickt und die ersten automatischen Armbanduhren der Schweiz herstellte, extra Aufmerksamkeit erregen muss, aber genau das geschah, als Maximilian Spitzy Anfang 2014 CEO von FORTIS wurde.

„Man hat ein großes Problem, wenn man nicht mal in der Nachbarschaft bekannt ist“, erzählt er. Sofort begann er, die Kollektion zu verkleinern. „Wir haben unser Angebot von 123 Modellen auf 49 im Jahr 2014 reduziert. Ich möchte keine Unmenge von Uhren, um jedermanns Geschmack zu treffen. Ich möchte, dass FORTIS das tut, was es am besten kann.“ Zu den Opfern gehörten die esoterischen Mysterious Planets und Jumping Hours Collections. „Das waren interessante Uhren“, sagt Spitzy, „aber sie waren nicht typisch FORTIS. Wir mussten sie rausnehmen.“ Eliminiert wurden auch die meisten Damenuhren von FORTIS – sie werden im Jahr 2015 von einer 1940er-inspirierten Unisex-Klassiklinie ersetzt.

Spitzys schonungslose Umstrukturierung überrascht vielleicht weniger, wenn man seine Vorgeschichte kennt. Bis 2014 war er noch gar nicht im Uhrengeschäft tätig gewesen. Er besuchte das Ampleforth College in Yorkshire, studierte in Madrid, den USA und Paris, bevor er nach Asien ging, wo er zehn Jahre blieb und drei Unternehmen gründete. „In Shanghai warf mich die Geschwindigkeit dort fast um. Alles ist ständig in Bewegung! Alles geschieht so schnell – im Gegensatz zu Europa.“ Das bedeutet aber nicht, dass FORTIS im nächsten Jahr nicht mehr wiederzuerkennen sein wird – eine neue Serie von „Flieger“-Piloten-Uhren wird kommen, aber man muss vielleicht zweimal hinschauen.

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