12. Juli 2016

Don’t limit your challenges, challenge your limits!

Romano Mombelli - Schwimmtalent

Getreu diesem Motto hat Romano Mombelli die einengenden Wände und Bahnen des olympischen Beckens verlassen, um in der Grenzenlosigkeit offener Gewässer seine physischen und mentalen Limits auszureizen. Der stete Wechsel von Kampf gegen die Gewalten der Natur und absoluter Synthese mit eben diesen Elementen stellt für ihn die maximale aquatische Herausforderung dar, zumal es neben der Überwindung externer Faktoren auch die körperliche Balance zu wahren gilt. Belohnt werden diese Strapazen durch das einzigartige Gefühl nach erfolgreicher Realisierung eines Vorhabens sowie den unvergesslichen Erlebnissen in unberührter und ursprünglicher Umgebung. Um auch weiterhin in den Genuss solcher einmaligen Emotionen zu kommen hat er sich daher ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Die Durchquerung der Ocean’s Seven, den sieben legendärsten und anspruchsvollsten Meerengen unseres Planeten!

Unknown-1

Projekt Juraseen:

Beim Projekt Jura-Seen handelt es sich um ein Pioniervorhaben im Freiwasserschwimmen. Romano Mombelli schwimmt von Murten über Yverdon-les-Bains nach Solothurn. Eine Distanz von über 100 km in vier Etappen in den Gewässern des Juras. Der Athlet muss über seine persönlichen Grenzen hinauswachsen, um bei den Durquerungen unter erschwerten Bedingungen zu reüssieren. Das Durchhaltevermögen spielt dabei eine zentrale Rolle, denn die Schwimm-distanzen betragen pro Etappe zwischen 9-44 km und können aufgrund der kabbeligen See, dem Wind und den Strömungen variieren.

Hier geht es zum Liveticker: http://www.romano-mombelli.com/live-ticker/4592618662

Bisherige Projekte:

Strait of Gibraltar (Ocean’s Seven): Schweizerrekord

Datum: 05.04.2015

Distanz: 21 km

Zeit: 3 Std. 58 Min.

Zwischen den sagenumwobenen Säulen des Herakles vermuteten einst die antiken Griechen das Ende der Welt. Für Romano hingegen war die Meerenge, welche Afrika von Europa und den Atlantik vom Mittelmeer trennt, der Beginn eines neuen Karriereabschnitts. Hier entfachte er, umgeben von unzähligen gigantischen Öltankern, sein Liebe zum Open-Water-Schwimmen. Trotz widriger Wassertemperaturen und starker Strömungen, welche ihn zu Umwegen von über fünf Kilometer zwangen, legte er die Distanz von Tarifa nach Marokko als damals jüngster und schnellster Schweizer zurück, womit bereits die erste Etappe der Oceans Seven erfolgreich absolviert war.Romano Mombelli. Im Hintergrund das Meer

Brienzersee: Weltrekord

Datum: 05.09.2015

Distanz: 14 km

Zeit: 3 Std. 18 Min.

Im Schatten der imposanten Gebirgszüge des Berner Oberlands und vorbei an den malerischen Giessbachfällen sodann sein zweites grosses Open-Water-Projekt. Auch wenn die Durchquerung des Brienziersees zunächst nur als Vorbereitung für seine zweite Ocean’s Seven Etappe angedacht war, entwickelte sich das Vorhaben zu einem der sportlichen Highlights seiner bisherigen Karriere. Dies war denn nicht nur der eindrücklichen alpinen Atmosphäre geschuldet, sondern primär seinem persönlichen Erfolg. So war die Ankunft in Brienz gleichbedeutend mit einer neuen Rekordzeit, wobei er das kühle Gewässer erst noch gegen den Strom durchschwamm.

Kaiwi-Channel (Ocean’s Seven):

Datum: 12.10.2015

Distanz: 44-55 km

Zeit: Abbruch nach Quallenvergiftungen und Lähmungen

Auf der anderen Seite des Erdballs absolvierte Romano dann sein aufwändigstes, wenn auch nicht erfolgreichstes, Projekt. Zwischen den beiden hawaiianischen Inseln Moloka’i und O’ahu wollte er den Kaiwi-Channel durchschwimmen, welcher mit starken Strömungen, haushohen Wellen und mit einer vielfältigen Fauna aufwartet. Letztere wurde dem Vorhaben, welches von einem professionellen Filmteam im Rahmen der SRF-Dokumentarserie Summer Challenge festgehalten wurde, schliesslich auch zum Verhängnis. Schon nach wenigen Kilometer schwamm er in ein Feld voller portugiesischer Galeeren. Durch massenhafte, enorm schmerzvolle Giftstiche verwundet, musste Romano die Durchquerung nach hartem Kampf schlussendlich mit Lähmungs-erscheinungen und Bewusstseinsstörungen abbrechen. Nach der anfänglichen Enttäuschung konnte er aber auch aus diesem Projekt wertvolle Erfahrungen ziehen. So wurde ihm die unbändige Macht der Natur in einer schmerzhaften Lektion vor Augen geführt. Diese Sensibilisierung, half Romano dabei die kommenden Herausforderungen als besserer Schwimmer und gereiftere Persönlichkeit zu absolvieren. Jene Attribute werden ihm auch bei seiner Rückkehr nach Hawaii nützlich sein, denn trotz der leidigen Erfahrungen ist Romano der festen Überzeugung, dass er sich in geraumer Zeit mit dem Kaiwi-Channel versöhnen werde.

Strait of Bonifacio Weltrekord

Datum: 07.11.2015

Distanz: 16 km

Zeit: 3 Std. 40 Min.

Nach der Enttäuschung in Hawaii packte Romano das Fieber für seinen Sport schneller als gedacht wieder. So nahm er denn die Überquerung der zwischen Korsika und Sardinien gelegenen Strait of Bonifacio in Angriff. Bei Seeleuten berüchtigt für Wetterumschwünge, starke Strömungen und die vielen Steinschollen, ist die Meeresenge auch für Schwimmer extrem herausfordernd. Trotz herbstlicher Jahreszeit profitierte er beim Start in Sardinien von hervorragenden äusseren Bedingungen. So kam die Ankunft in Korsika einem Meilenstein in seiner Karriere, aber generell auch im ganzen Freiwasser-Schwimmen, gleich. Seine Durchquerungszeit unterbot sämtliche bisherigen Zeiten deutlich, womit Romano auf dieser Passage zum Weltrekordhalter wurde. Auch wenn der Titel Weltrekordhalter schön klingen mag, gab er ihm keinen Anlass, um sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Vielmehr motivierte er ihn weitere Herausforderungen anzugehen, weshalb davon auszugehen ist, dass die Strait of Bonifacio nicht sein letztes erfolgreiches Projekt war.

Unknown-2

Im Ziel nach 105 Kilometer und vier Tagen:

«Jetzt bin ich kaputt», sagte Romano Mombelli, als er gestern kurz vor drei Uhr beim Solothurner Landhaus aus der Aare stieg und sich hinsetzte.
Kein grosser Jubel, nicht einmal ein Lächeln. Nur da auf der untersten Stufe der Treppe sitzen. So genoss der Extremschwimmer seinen Erfolg. Erst nach ein paar Minuten schien das Leben wieder in ihn zurückzukehren:
«Wenn man ankommt, erlöscht ein Traum. Die Freude kommt erst zwei, drei Tage später.»

Die Aare half kräftig mit – Dabei war die letzte der vier Etappen seines Schwimm-Abenteuers eigentlich nur noch das Dessert: Von Biel nach Solothurn riss die Strömung der Aare so rasant, dass er zwei Stunden früher am Ziel ankam, als ursprünglich geplant war.

105 Kilometer ist Mombelli in vier Tagen geschwommen.
Zwölf Stunden und zehn Minuten verbrachte er alleine im kalten Wasser des Neuenburgersees.
Warum tut sich ein 23-jähriger Mann so etwas an? «Es war einfach mein Traum, einmal von Yverdon nach Solothurn zu schwimmen», erklärt Mombelli, was eigentlich nicht zu erklären ist. Drei- bis viermal pro Stunde verpflegte sich der Freischwimmer mit Gels und Getränken, die ihm mit einem Seil aus einem der beiden Begleitboote gereicht wurden. Eines der Boote oder das Land zu berühren, das hätte sofort das Scheitern bedeutet.Mombelli schwimmt im Meer. Nun will sich Mombelli erst einmal belohnen. «In den nächsten paar Tagen werde ich gut essen und nichts tun. Nicht nur Gels und Glukose, jetzt darf es auch etwas Ungesundes sein. Essen was Spass macht.»
«Wir leben in einer so schönen Region. Man muss nicht immer in ferne Länder reisen», fasst der Extremschwimmer seine Mission zusammen. «Es geht mir nicht nur darum, zu beweisen, dass ich das schaffe. Ich will auch den Leuten zeigen, dass es vor der eigenen Haustür viel Schönes zu erleben gibt.» So sei das Projekt mit den drei Seen entstanden. «Und dann wollte ich auch nach Hause schwimmen.»
Aber es war nicht alles eitel Freude. «Als ich im Neuenburgersee zehn Minuten vor einer Boje warten musste, weil der Joran so heftig bliess, war das schon ein schwieriger Moment. Aber genau das ist die Herausforderung. Sich überwinden.»

Nächstes Kapitel «Ocean’s Seven»

Es sind nicht die Ocean’s Eleven, es sind die Ocean’s Seven, die es ihm angetan haben. Von den sieben extremen Meerengen, die Freischwimmer interessieren, hat Romano Mombelli die Strasse von Gibraltar bereits durchschwommen.
Als Nächstes könnte der Ärmelkanal in seinen Fokus geraten, aber definieren will er noch nichts, so kurz nach der Realisierung eines Traums.